Studie 2026 zur Sicherheit beim Reiten: Was uns 2.333 Reiter über Unfälle und Schutzausrüstung verraten

Dienstag, 28. Juli 2026

Über Sicherheit beim Reiten wird viel gesprochen, aber sie wird selten gemessen.

Um diese Lücke zu schließen, haben wir die Reiter-Community ganz offen befragt. Wir haben sie gebeten, uns ihre Erfahrungen mit Risiken und ihre Überzeugungen mitzuteilen und uns von ihrer Schutzausrüstung zu berichten. 2.333 Reiter haben geantwortet: erfahrene, meist junge Enthusiasten, die oft reiten und sich in der Gegend auskennen.

Das haben wir von ihnen gelernt:

Fast alle sind bereits gefallen

Diese Zahl sagt alles: 96,8 % der Befragten hatten bereits einen Reitunfall. Es handelt sich also nicht um ein theoretisches Risiko, sondern um eine Erfahrung, die fast alle Reiter gemacht haben.

Und diese Unfälle hinterlassen Spuren. Unter den verunglückten Reitern erlitt fast jeder Zweite eine Verletzung, die eine Pause erforderlich machte (48 %), mehr als jeder Vierte wurde bereits nach einem Sturz ins Krankenhaus eingeliefert (28 %) und 12 % leiden unter bleibenden Folgen eines Sturzes. Stürze beim Springen machen den mit Abstand größten Anteil der Sturzursachen aus (86 %), gefolgt von Stürzen auf ebenem Gelände (58 %) und Stürzen im Freien (36 %).

Die am häufigsten betroffenen Bereiche sind: der Rücken (44 %), der Kopf und Gehirnerschütterungen (41 %), gefolgt von den Gliedmaßen und der Halswirbelsäule (etwa 31 bis 33 %). Mit anderen Worten: der Rumpf und der Kopf – also genau die Bereiche, die durch Helm und Airbag geschützt werden sollen. Es ist kein Zufall, dass 73 % der Unfallopfer der Meinung sind, dass eine bessere Ausrüstung ihre Verletzungen hätte mindern können.

Optimistisch, was ihren Sport angeht, aber vorsichtig, was sich selbst betrifft

Gute Nachrichten: Reiter glauben an den Fortschritt. 80 % halten den Pferdesport heute für sicherer als früher. Der Wandel in den Einstellungen, den Standards und der Ausrüstung wird wahrgenommen und begrüßt.

Auf individueller Ebene ändert sich der Ton jedoch. Auf die Frage, wie sie ihr eigenes Sicherheitsgefühl auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten würden, liegen sie im Durchschnitt bei 3,62. Und vor allem: Nur 9,7 % fühlen sich absolut sicher. Selbst erfahrene und gut ausgerüstete Reiter sind sich ihrer Verletzlichkeit und des mit ihrem Sport verbundenen Risikos sehr bewusst. Das ist zweifellos der Grund, warum sie handeln: 62 % haben nach einem Sturz ihre Reitweise geändert.

Der Helm ist keine Option mehr

Was die Ausrüstung angeht, ist ein Erfolg zu verzeichnen: 97 % der befragten Reiter tragen beim Reiten stets einen Helm. Das ist mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden, vor allem bei den Jüngsten.

Doch das Tragen allein reicht nicht aus. Ein Reithelm, der einen Stoß abbekommen hat oder in die Jahre gekommen ist, bietet nicht mehr denselben Schutz. Allerdings ersetzen 22,1 % der Reiter ihren Helm erst nach einem Sturz, und 9 % haben ihn noch nie ausgetauscht. Was den Austausch angeht, spielt die Aufklärung nach wie vor eine wichtige Rolle.

Das Gleiche gilt für Sicherheitssteigbügel: 83 % erkennen deren Nutzen an, doch nur jeder zweite Reiter ist damit ausgestattet (53 %). Die Kluft zwischen Überzeugung und tatsächlicher Nutzung bleibt ein wichtiger Ansatzpunkt für die Prävention.

Der Airbag hat sich von einer Option zu einer Selbstverständlichkeit entwickelt

Das ist das deutlichste Ergebnis der Studie. Der Reiter-Airbag ist längst kein Spielzeug für Vorreiter mehr: 73 % der Befragten nutzen ihn bereits, davon 46 % täglich. Und es kommt noch besser: 94 % halten ihn für „unverzichtbar“, und nur 0,7 % halten ihn für nutzlos.

Die Debatte hat einen neuen Charakter angenommen. Die Frage lautet nicht mehr „Braucht man einen Airbag?“, sondern „Wie trägt man ihn und in welchem Zusammenhang?“. Die Antworten lassen eine Nutzung erkennen, die weit über den Wettkampf hinausgeht: beim Springreiten (59 %), bei Wettkämpfen (48 %), aber auch bei jungen Pferden (39 %) und jederzeit (38 %).

Was wirklich zählt: der Schutz, nicht das Logo

Fragt man Reiter, worauf sie bei der Auswahl ihrer Schutzausrüstung achten, ergibt sich ein klares Bild: Schutz (92 %), Komfort (60 %), Bewegungsfreiheit (58 %). Der Preis liegt an vierter Stelle, Design und Technologie noch weiter hinten.

Und ganz unten in der Tabelle? Das Markenimage: 0,6 %. Die Botschaft ist eindeutig. Im Bereich Sicherheit lässt sich Vertrauen nicht durch Marketingmaßnahmen erkaufen: Es muss durch das Produkt selbst verdient werden – durch den tatsächlichen Schutz, den Komfort im Sattel und die Bewegungsfreiheit.

Eine aufgeklärte Gemeinschaft, deren Mitglieder größtenteils bereits Stürze erlebt haben, die davon überzeugt ist, dass sich ihr Sport weiterentwickelt, sich aber ihrer eigenen Verletzungsgefahr bewusst ist. Ein universeller Helm, der jedoch nur unzureichend aktualisiert wurde. Ein Airbag, der zum Standard geworden ist. Und Reiter, die ihre Schutzausrüstung danach auswählen, was sie leistet, und nicht nach dem Etikett.

Genau diese Überzeugung leitet Seaver seit dem ersten Tag: Sicherheit, die man im Sattel gar nicht bemerkt – leicht, zertifiziert und dafür konzipiert, jeden Tag getragen zu werden, nicht nur am Tag des Turniers.

78 % der befragten Reiter haben um die vollständigen Ergebnisse dieser Studie gebeten. Die ausführliche Dokumentation steht zum Download bereit: alle Daten, alle Grafiken, alle Erkenntnisse.

Um den vollständigen Bericht zu lesen:

https://seaverhorse.com/Enquete-sur-la-securite-Seaver-juillet-2026.pdf